
Breite Spur, kräftiger V2 und jede Menge Reserven: Die 4TRAC TORQ 1000 Wide gehört zu den auffälligsten ATVs seiner Klasse. Mit knapp 1,50 Metern Breite ist sie kein unscheinbarer Vertreter ihrer Gattung. Vielmehr vermittelt die Maschine schon im Stand: Sie will raus ins Gelände.
Dabei verfolgt 4TRAC einen interessanten Ansatz. Die TORQ 1000 Wide soll nicht ausschließlich Sportgerät oder Arbeitsmaschine sein, sondern Stabilität, Komfort und sportliche Eigenschaften miteinander verbinden. Wir haben den Tausender ins Gelände geschickt.
Breite Spur als Konzept

Optisch macht die TORQ 1000 Wide keinen Hehl aus ihrem Anspruch. Breite Front, markante Kotflügel und mächtige Räder sorgen für einen selbstbewussten Auftritt. Unter der Verkleidung arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter V2-Motor mit knapp einem Liter Hubraum. Die Kraftübertragung übernimmt ein CVT-Getriebe. Dazu kommen zuschaltbarer Allradantrieb, Untersetzung und Differenzialsperre. Elektronische Servolenkung und vier Scheibenbremsen gehören ebenfalls zur Ausstattung. Entscheidend ist aber weniger die Ausstattungsliste als das Fahrwerkskonzept: Die deutlich verbreiterte Spur verändert den Charakter des ATVs spürbar.
Ruhig, stabil und präzise
Schon nach den ersten Metern fällt auf, wie gelassen sich die TORQ 1000 Wide bewegt. Während manche großen ATVs bei höherem Tempo eine gewisse Nervosität entwickeln und den Fahrer zu ständigen Korrekturen zwingen, liegt die 4TRAC erstaunlich ruhig. Auf schnellen Waldwegen, Schotterpisten und offenen Strecken spielt die breite Spur ihre Vorteile aus. Die TORQ folgt präzise der gewählten Linie und vermittelt auch bei höherem Tempo viel Vertrauen. Dabei wirkt sie keineswegs schwerfällig. Mit 93 PS steht zudem reichlich Leistung zur Verfügung.

Der große V2 passt hervorragend zum souveränen Charakter der TORQ. Wer eine aggressive Leistungsexplosion erwartet, wird eher überrascht sein. Die Kraftentfaltung erfolgt kontrolliert und gleichmäßig. Bereits aus niedrigen Drehzahlen steht genügend Drehmoment zur Verfügung. Steigungen, tiefer Untergrund oder längere schnelle Passagen bringen den Motor kaum aus der Ruhe. Statt ständig nach Leistung zu verlangen, vermittelt das Triebwerk den Eindruck, jederzeit noch Reserven zu haben.
Gerade auf längeren Touren ist das angenehm. Fahrwerk, Lenkung und Motor arbeiten entspannt zusammen. Die einstellbare Servolenkung unterstützt dabei die präzise Linienwahl. Die vier Scheibenbremsen packen ordentlich zu; bei der Motorbremse dürfte es für unseren Geschmack allerdings etwas mehr sein.
Auch mit zwei Personen souverän
Interessant wird die TORQ 1000 Wide auch im Zweipersonenbetrieb. Bei vielen Zweisitzer-ATVs verändert sich das Fahrverhalten deutlich, sobald ein Beifahrer Platz nimmt. Die 4TRAC bleibt dagegen bemerkenswert stabil. Die breite Plattform und das großzügig ausgelegte Fahrwerk sorgen dafür, dass sich der Charakter auch mit zwei Personen nur wenig verändert. Für Tourenfahrer ist das ein echter Pluspunkt.

Eine kleine Schwäche zeigt sich allerdings an anderer Stelle: Die Abdeckung der Räder könnte angesichts der Fahrzeugbreite großzügiger ausfallen. Bei einer Fahrt im Steinbruch sorgte bereits langsames Fahren für eine ordentliche Schlammpackung. Die griffige Serienbereifung wiederum konnte überzeugen und befreite sich schnell von aufgenommenem Schmutz.
Manchmal zu breit?
Die große Spurweite ist zugleich Stärke und Kompromiss. Auf offenen Strecken sorgt sie für Stabilität und Ruhe. Wird der Weg dagegen eng, verlangt die TORQ mehr Aufmerksamkeit. Zwischen dicht stehenden Bäumen, auf schmalen Waldpfaden oder in stark verwinkelten Passagen braucht die Wide-Version entsprechend Platz und eine bewusste Linienwahl. Auch das höhere Gewicht macht sich in solchen Situationen bemerkbar. In verblocktem Gelände spielt dagegen das üppige Fahrwerk seine Stärken aus. Die Federung steckt auch anspruchsvollere Passagen souverän weg und hält den Fahrer angenehm ruhig.

Dort, wo die Wege offen werden und das Tempo steigt, zeigt die 4TRAC TORQ 1000 Wide, was in ihrem Konzept steckt. Die Kombination aus breiter Spur, kräftigem V2, komfortabler Fahrwerksabstimmung und großzügigen Platzverhältnissen vermittelt ein außergewöhnlich souveränes Fahrgefühl. Und genau dieses Vertrauen macht den Reiz der Maschine aus. Die TORQ muss nicht permanent mit spektakulären Leistungswerten beeindrucken. Sie vermittelt vielmehr das Gefühl, auch dann noch Reserven zu besitzen, wenn das Gelände anspruchsvoller wird. Das macht sie auch für den sportlichen Einsatz interessant. Gerade im Enduro-Breitensport – vom Stoppelacker des Ortsclubs bis zum Renneinsatz in der GCC – kann die Wide-Version ihre Eigenschaften ausspielen.
Fazit: Souverän statt spektakulär

Die 4TRAC TORQ 1000 Wide geht einen eigenen Weg. Statt allein auf möglichst viel Leistung zu setzen, stellt sie Stabilität und Komfort in den Mittelpunkt, ohne den Fahrspaß zu opfern. Der kräftige V2 liefert reichlich Reserven, das Fahrwerk überzeugt mit hoher Fahrstabilität und die breite Plattform sorgt für ein außergewöhnlich ruhiges Fahrgefühl. Besonders auf schnellen Wegen, bei längeren Touren und mit zwei Personen spielt das große ATV seine Stärken aus.
Wer ein möglichst kompaktes und wendiges ATV sucht, dürfte bei einem schmaleren Modell besser aufgehoben sein. Wer dagegen Stabilität, Komfort, Laufruhe und sportlichen Fahrspaß miteinander verbinden möchte, findet in der TORQ 1000 Wide einen ausgesprochen eigenständigen Vertreter der ATV-Oberklasse.
Mehr Infos zur 4Trac TRQ 1000 wide: https://4trac.de/trq/#trq-1000-wide
Text: Ralf Wilke
Fotos: Jan Stehli, Ralf Wilke
Die TORQ 1000 Wide wird von einem flüssigkeitsgekühlten V2-Motor mit knapp einem Liter Hubraum und 93 PS angetrieben.
Die große Besonderheit ist ihre deutlich verbreiterte Spur. Dadurch liegt das ATV besonders stabil und ruhig.
Ja. Im Zweipersonenbetrieb bleibt das ATV laut Test bemerkenswert stabil und berechenbar.


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